Sehenswürdigkeiten im Hunsrück

Wir schauen vom Gartenbachtal ins Simmerbachtal mit Blick auf Ravengiersburg mit dem überherrschenden Dom

Wie schon vorher erwähnt, wird man grosse und bekannte Sehenswürdigkeiten im Hunsrück vergebens suchen. Ausser Ruhe und Natur sind es besonders die Intimität und die relativ unverletzte Vollständigkeit der Landschaft sowie das was der Mensch damit gemacht hat, was den Besucher beeindruckt, wie auch den Wanderer und den Ausflügler per Auto.

Die Sehenwürdigkeiten, die es gibt, zeugen von einer Vergangenheit, die gekennzeichnet ist durch Arbeit (besonders der Bauern), beginnende Industrialisierung, den Glauben, Raubritter und die langsame Ansiedlung des Menschen in Dörfern und kleine Städten. Um mehr Spektakuläres zu erleben, muss man die grossen Städte (Koblenz, Trier, Mainz) aufsuchen oder auf jeden Fall an die "Grenz"- Flüssen Rhein und Mosel hinunterfahren.

Zunächst werden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kurz aufgezählt.

Fachwerkhaus in Manubach, in der Nähe von Bacharach.

Städte- und Dorfansichten

Die meisten Städtchen und Dörfer auf dem Hunsrück haben an Sehenswürdigkeiten nicht so viel anzubieten, bis auf einige alten Kirchen, schönen Fachwerkhäuser und schönen Dächer mit Schieferabdeckung.
Von den grösseren Orten bieten Simmern, Kastellaun, Kirchberg und vor allem Herrstein noch einige hübsche Eckchen. Jedoch für Sehenswürdigkeiten soll man besonders den Fluss, die Nahe, anfahren, wo Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein, Idar Oberstein, Monzingen und Sobernheim, fast aneinander gereiht liegen und an einem Tag für einen netten Ausflug zu kombinieren sind.

Woher stammt eigentlich der Name "Hunsrück" ?
Man könnte meinen : einfachheitshalber der Deutsche "Hunderücken" ? Und was heisst das schon ?
So leicht ist es nun wieder auch nicht !
Es zeigt sich, dass die Wissenschaftler sich nicht einig sind und Unsicherheit besteht über Möglichkeiten c.q. Interpretationen. Wenn Sie alles darüber wissen möchten : dann nachschauen bei
http://www.hunsrueck.com/region/name.htm

Die Ruine der Wasserburg Baldenau, eine der wenigen tiefgelegenen Burgen des Hunsrücks war auch in der Filmserie "Heimat" zu sehen.

Eine Berühmtheit in der Geschichte des Hunsrücks war zweifellos Räuberhauptmann Schinderhannes. Vor mehr als 200 Jahre machte dieser Johannes Bückler die Gegend unsicher, bis er ein jämmerliches Ende fand durch Enthauptung. Heute noch zeigen Überbleibsel sein früheres Unwesen, wie der Schinderhannesturm in Simmern. Wenn Sie mehr über ihn in Erfahrung bringen wollen, so schauen Sie bei http://www.hunsrueck.com/history/seite213.htm

Schlösser, Burgen und Ruinen

Als Wohnort, als Zufluchtsstätte oder als Raubritternest, eine verhältnismässig arme Gegend wie der Hunsrück beherbergt Dutzende von Schlössern, Burgen und Ruinen. Manche sind noch in Privatbesitz und nicht für die Öffentlichkeit freigegeben. Die vielen Ruinen, oft an unwirtlichen Stellen oben auf einem Berg oder mitten im Wald gelegen, laden allein schon durch ihre pregnante Lage zu einem Besuch ein. Zu nennen sind :
Schloss Dhaun (Dhaun), die Ebernburg (Ebernburg), die Ruine Fürstenburg (Stromberg), die Ruine Koppenstein (bei Gemünden), die Wildenburg (bei Kempfeld), die Ruine Balduinseck (6 km. entfernt von Kastellaun), Burg Waldeck (Baybachtal), die Ehrenburg, die Rauschenburg und Schloss Schöneck (alle im Ehrbachtal), die Ruine der Wasserburg Baldenau (bei Hundheim/Bischofsdhron), die Ruine Kyrburg (Kirn), Schloss Wartenstein (bei Kirn / Hahnenbach), die Ruine Hunolstein (Hunolstein), die Burg Kastellaun etc.

Die einsame Walholzkirche bei Hunolstein aus dem 13. oder 14. Jahrhundert.

Oben auf dem Berg und schön gelegen zwischen Linden und Kastanienbäumen : die weisse Nunkirche bei Sargenroth, mit den ältesten Fresken des Hunsrücks (12. Jahrhundert).

Kirchen und Kathedralen

Eigentlich hat der Hunsrück an schönen Kirchen mehr zu bieten. In vielen Dörfchen sind hübsche Kirchen und Kirchlein zu bewundern, so wohl Katholische als auch Evangelische. Ausser der auffälligen Felsenkirche in Idar-Oberstein und den in den grösseren Ortschaften mehr zentral gelegenen Kirchen, sind die nächsten Kirchen eines Besuches wert :
  • Der Hunsrückdom zu Ravengiersburg
Eine beeindruckende Augustinerkirche, zu einem (nicht mehr existierenden) Kloster gehörend, aus der Zeit des frühen Mittelalters. Die Lage dieser romanischen Kirche ist überwältigend, das Innere mit gotischen und barocken Elementen sehenswert.
  • Die Nunkirche in Sargenroth
Diese befindet sich kurz ausserhalb des Dorfes oben auf einem Berg und liegt herrlich zwischen Linden und Kastanienbäumen. Die strahlend weisse Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert. Im Inneren der Kirche sind die frühesten Fresken des Hunsrücks zu sehen.
  • Spabrücken
Die von Franziskanern in Spabrücken erbaute Kirche (1735) diente als Pilgerkirche, erkennbar an der hohen Treppe, die erklommen werden muss, um den Vorhof zu erreichen. Innen Barock und eine sitzende Madonna aus dem 14. Jahrhundert.
  • Sponheim
Die romanische Kirche in Sponheim war früher Teil einer Klosteranlage, woran nur noch Mauerreste erinnern. Das Innere der Kirche, in den 60er Jahre restauriert, ist dank des hereinfallenden Lichtes gut zu bewundern.


Die von Franziskanen erbaute Pilgerkirche in Spabrücken hat einen barocken Innenraum.

Bergwerke und Gruben

In früheren Jahrhunderten wurden im Hunsrück zahllose Gesteins- und Mineraliensorten dem Boden entnommen. Manche Bergwerke und Gruben sind noch zu besichtigen : Kupferbergwerk (Fischbach), Schiefergrube (Bundenbach), Schieferbergwerk (Fell), Quecksilberbergwerk (Niederhausen), Bergwerk (Waldalgesheim), Edelsteingrube (Idar-Oberstein)

Museen

Heimatmuseum in Simmern, Birkenfeld und Idar-Oberstein; Flugzeugmuseum und Dampflokmuseum in Hermeskeil, geologisches Freilichtmuseum in Sensweiler, das Edelstein-museum in Idar-Oberstein, das Freilichtmuseum in Sobernheim, Schlossparkmuseum und Rõmerhalle in Bad Kreuznach

Wassermühlen

Im Hunsrück war das einzige mechanische Hilfsmittel in früheren Jahrhunderten die Wassermühle. Was von diesen Mühlen übrig blieb, liegt oft idyllisch und still versteckt in den Tälern der vielen Bäche. Manchmal sind die Räder noch zu sehen. Ab und zu als Lokal ausgebaut sind sie meist von aussen zu besichtigen. Die Jahrhunderte alte Ölmühle bei Morbach z.B. ist ein Besuch wert.



Die jahrhunderte alte Ölmühle bei Morbach wurde 1999 restauriert und ist im Betrieb zu besichtigen.