Die Natur im Hunsrück

Mit dem Auto überquert man über die imposante Brücke bei Winningen die Mosel. Nach einer kurzen, steilen Berg-auffahrt erreicht man den Hunsrück. Während der gut 50 km langen Strecke über die A61 bekommt man bereits einen Eindruck von der hügeligen bewaldeten Landschaft, bis man in der Nähe von Bingen die noch eindrucksvollere, steilere, Talfahrt zum Gebiet Rheinhessen hinter sich bringt. Bei einer Fahrt über die Hunsrückhöhenstrasse, die B327, die von Koblenz (rechts oben auf der Karte) bis Hermeskeil (links unten) den Hunsrück durch-quert (und dann weiter geht bis Saarburg), macht man noch viel intensiver Bekannt-schaft mit diesem Gebiet.

Das erste Bild im Teil "Der Hunsrück" repräsentiert optisch die Landschaft des Hunsrücks. Im Hintergrund ist einer der drei bewaldeten Bergrücken zu sehen: die vom Westen bis Osten "Hochwald" (mit dem höchsten Punkt : Erbeskopf, 818 m), Idarwald (Idarkopf, 746 m) und Soonwald (Ellerspring, 658 m) heissen - (siehe auch Karte oben). Die sich wellenden Hochflächen wechseln sich ab mit romantischen Bachtälern, die ohne Ausnahme in die umliegenden grossen Flüsse Rhein, Mosel und Nahe münden. Manchmal liegen diese Flüsschen zwischen bizarren Felswänden oder bilden sogar tiefe, klammähnliche Einschnitte (Ehrbachklamm), wo man herrliche Wanderungen vornehmen kann.


Hoch oben in der nähe vom Dorf Haag, aus dem Wald kommend nach einer Regenschauer....

....oder durch die Ehrbachklamm, mit einem herbstlichen Farbkleid geschmückt.

Einige der schönsten Bachtäler sind :

Geologische Reaktionen in diesem typischen Schiefergebirgslandschaft haben an zahlreichen Stellen Naturerscheinungen in Form von besonderen Felsformationen bewirkt. Die meisten hiervon sind im Nahetal oder in dere Nähe zu bewundern. Die Lage von Ortschaften wie Idar-Oberstein und Bad Münster am Stein ist hierfür das beste Beispiel. Felsbildungen wie der Kallenfels bei Kirn, der Hellberg bei Hochstetten-Dhaun, der Koppenstein bei Gemünden, der Hachenfels bei Kirn und noch sehr viele andere Zeugen der verheerenden Wirkung von Erosion und sonstigen geologischen Erscheinungen.

Obwohl zum letzten Mal rund 1850 ein Wolf im Soonwald gesichtet wurde, besitzt der Hunsrück eine reiche Flora und Fauna. Nicht verwunderlich ist der grosse Wildbestand, wie Hirsche, Rehe, Wildschweine, ebenso Füchse und sogar der eher seltene Dachs. Im ca. 100 ha grossen Hochwildschutzpark nahe Rheinböllen kann man die Tiere in Naturgehegen bewundern, obwohl eine (grausame ?) Begegnung (wie auf dem unteren Bild links) im Herbst keine Seltenheit ist ..... Auch viele Vogelarten kann man hier beobachten, ebenfalls besondere Pflanzenarten, wie Orchideen, sehr viele Beerensorten und im Herbst, nach einem regenreichen Tag, Pilze. Also immer mit Pflanzen- und Pilzenbuch ausgerüstet sein !


Jäger zeichen ihre Beute im Haardtwald nahe Thalfang

Waldsee in idyllischer Ansicht im Idarwald nahe Hinzerath

Die Natur im Hunsrück kann man am besten erleben und, auch sehr wichtig, am ruhigsten, indem man die Wanderschuhe hervorholt und sich in den Bergen, den Tälern, den Feldern und den Wäldern auf den Weg begibt. Sogar für deutsche Verhältnisse, obschon längst nicht so überbevölkert wie die Niederlande, ist der Hunsrück relativ unbekannt. Eine Gegend, wo man die Natur noch in ureigenster Form erleben kann im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden.
"Das ist das helle Grün der Wiesen, das Braun der Frisch gebrochene Scholle, das leuchtende Gold der Rapsblüte und das dunkle Gelb reifer Gerstenfelder. Hunsrück : Das ist auf den Höhenzügen aber auch das lichte Grün der Buchenwälder und das schweigende Dunkel der Fichten, das Grau der schroffen Quarzkuppen und das dunstige Blau des weiten Horizons" (Wolfgang Bartels in seinem Buch : Dumont, Richtig Wandern, Hunsrück, seite 13).

Noch ein, vielleicht auf der Hand liegender Vorschlag : trotz reger Geschäftigkeit dort darf ein Besuch der herrlichen Rhein- und Moseltäler nicht fehlen im Programm. Abschüssige Felswände, sich neigende Abhänge, oft mit Rebstöcken bedeckt, imponierende Burganlagen und -Ruinen, liebliche Ortschaften mit Fachwerkhäusern, überall im Hintergrund der fliessende Fluss, mit vor allem auf dem Rhein ein reger Verkehr von Touristen- und Frachtschiffen.

Blick in die Sonne vom Rheinufer bei Oberwesel. An der gegenüberliegenden Seite : der Taunus, weiter weg in der Mitte : Schloss Schõnburg