Heute und vor 400 Millionen Jahre: das Hahnenbachtal

Von der Schiefergrube "Herrenberg" schauen wir ins Hahnenbachtal und sehen die grossartige Ruine Schmidtburg, in herbstlichen Nebeln gehüllt.

Im südlicheren Teil des Hunsrücks, in der Nähe des Flusses Nahe, zeigt sich der Gebirgsrücken mit Wald, Schiefer, tief eingeschnittenen Tälern und imponierenden Felspartien. Kein Wunder, dass man hier sein sollte, wenn man Burgen (Ruinen), Gruben und Fossilien sehen will.
An einem Tag im Herbst 2000 haben wir eine Wanderung ins Hahnenbachtal gemacht. Dieses Tal ist eines der schönsten Seitentäler der Nahe, nördlich der Stadt Kirn. Das Tal ist fast einsam, aber es gibt hier Spuren von Millionenjahre alten Lebensformen (Fossilien!), Kelten, und mittelälterlichen Rittern. Wegen des dunstigen Wetters hat das Photomaterial nicht so gute Qualität. Wir haben uns auch die kurze Variante der Wanderung beschränkt. Aber lassen Sie sich nicht abschrecken: die Umgebung ist sehr schön.

Man erreicht den Startpunkt der Wanderung, wenn man den Weg von Kirn aus richtung Bundenbach / Rhaunen nimmt. Dieser Weg läuft schon durch das Hahnenbachtal. Startpunkt unserer Wanderung ist die ehemalige Wassermühle, jetzt Restaurant und Hotel, Reinhartsmühle. In dem Weiler Rudolfshaus gehen wir, gleich nach der Kreuzung des Baches, nach rechts über die asphaltierte Strasse (auf dem Schild steht "Reinhartsmühle"). Wir fahren über diesen Weg und nach einem Kilometer kommt man zur wunderschön gelegenen Wassermühle (mit Forellenteichen). Hier kann man gut Kaffee trinken oder Mittag essen. Übrigens ist es auch möglich, die Wanderung beim fernsten Punkt (lange Variante !) anzufangen, nämlich dort wo der Wanderpfad den Weg Hausen - Woppenroth kreuzt. Parken ist hier problematisch, aber es ist ein Vorteil, dass die Reinhartsmühle jetzt auf halbem Wege liegt und (wenn man rechtzeitig anfängt) eine gute Gelegenheit zum Mittagessen bietet.

Die Wanderung hat 3 Varianten : eine kurze (ca. 6 km, die wir gelaufen sind), eine mittlere (ca. 12 km), und eine lange Variante (ca. 17 km).
Der Anfang der Wanderung (beim Verlassen der Wassermühle) ist schon sehr schön (siehe Photo unten, links). Über eine kleine Brücke überqueren wir den Bach und die Einsamkeit des abgelegenen Tales, mit seinen hohen, steilen, waldreichen Hängen macht einen tiefen Eindruck. Das Tal ist manchmal schmal, und hoch oben sehen wir Felspartien, die vorspringen durch die Bäume. Ziemlich schnell sehen wir schon die mächtige Ruinen der Burg Schmidtburg auftauchen, vor unseren Augen. Es lohnt sich sicherlich, die Ruine als Ganzes anzusehen. Das soll eine gigantisch grosse Burg gewesen sein ! Die Aussicht nach allen Seiten ist prächtig. Die Geschichte der Burg geht zurück zum Jahr 926. 1688 ist die Burg jedoch endgültig durch die Franzosen zerstört. In den achtziger Jahren der 20sten Jahrhundert ist die Ruine wieder restauriert worden, dass der Besucher sie gut ansehen kann. Auf den gegenüberliegenden Bergabhängen erkennen wir (ein bisschen weiter) die Schiefergrube Herrenberg, und weiter nach rechts sehen wir die mit Stroh bedeckten Hütten der keltischen Siedlung Altburg.



Gleich am Anfang zeigt sich bei der Reinhartsmülhle die Schönheit des Hahnenbachtales.

Der Autor in Herbstfarben im Oktober 2000 im Hahnenbachtal.

Aber noch sind wir bei der Burg. Wir überqueren den ehemaligen Schlossgraben über eine steinere Brücke, wo sich die Routen jetzt teilen. Die kurze Variante folgt dem Pfad nach unten, Richtung "Grube Herrenberg", die andere Variante folgt auch erst mal dieser Route, aber wo die kurze Variante nach links abbiegt und (ein bisschen weiter) den Bach überquert, gehen die andere Möglichkeiten den Weg rechts des Flusses den Schilder "X" ("Saar-Schlesien-Weg") oder "H" (Kirn-Rhaunen-Boppard) nach. Die kurze Variante überquert den Bach, und steigt mit vielen kurzen S-Kurven wieder hoch, in die Richtung der ehemaligen Grube Herrenberg. Dort kommen alle Routen zusammen und wir wandern zurück zur Reinhartsmühle (Beschreibung siehe weiter).
Die mittlere und lange Variante verfolgen den Bach (Schilder "X"/ "H"), am Anfang immer in der Nähe des Baches, später (nach einigen Windungen des Baches) etwas weiter entfernt vom Bach und durch den Wald. Nach ungefähr 3 km, wenn der Pfad nach rechts geht weiter vom Bach entfernt und stark steigt, gibt es eine Möglichkeit (mittlere Variante !) nach links über den Bach zu gehen, in Wald und danach nach links, die Route zurück, den Bach an der linken Hand, bis man bei der Grube Herrenberg zusammen trifft mit der kurzen Variante.
Die lange Variante folgt Schildern "X"/ "H" folgen bis man ungefähr 2 km weiter den Asphaltweg erreicht (Hausen - Woppenroth). Hier nach links und nach 500 m. wieder nach links, über den Pfad den Bach entlang. Wir folgen diesem Pfad durch das Tal und bleiben immer direkt am Bach, über eine Brücke und jetzt die rechte Seite am Waldrand anhalten mit dem Bach linker Hand. Wir erreichen den Punkt, wo die mittlere Variante dazu kommt. Jetzt immer den Bach Richtung Süden folgen, in die Richtung "Grube Herrenberg".
Die Keltische Siedlung Altburg ist nicht authentisch sondern nachgebildet, aber auf dieser Stelle hat vor einigen tausenden Jahren eine echte Keltische Siedlung gestanden. Man kann die Altburg besichtigen.
Die Grube Herrenberg war im Gebrauch vom Mittelalter an bis in die 70er Jahre und dient der Gewinnung von Schiefer, welcher hier im Häuserbau als Dachdeckung genutzt wird. Der Schiefer hat sich über Millionen von Jahren gebildet. Die Fossilien datieren aus der Zeit des Devon (400 Millionen Jahre her!). Die Grube ist heute ausser Betrieb, aber sie kann besichtigt werden. Ehemalige Bergarbeiter zeigen ihre interessante Geschichte. Es gibt auch ein kleines Fossilienmuseum.
Unser Weg führt weiter richtung Bundenbach. Am grossen Wanderparkplatz nehmen wir den, auf der linken Seite fast versteckten, Pfad mit dem Schild "B3" weiter richtung "Reinhartsmühle". Wir gehen geradeaus bis, nach einem Aussichtspunkt, ein breiterer Pfad erscheint, dem wir nach links folgen. Die Wanderung führt jetzt immer weiter geradeaus und nachdem wir zwei Tünnelchen (wo in früher Zeiten die Bahn, die den Schiefer wegbrachte, durch lief) durchquert haben, sind wir wieder am Start der Wanderung: die Reinhartsmühle.

Informationen

Die kurze Variante dieser Wanderung ist, mit dem Nummer 31, umfassender beschrieben in dem ausgezeichneten Buch "Dumont - Richtig Wandern; Hunsrück - 31 Wanderungen und 2 Radtouren", von Wolfgang Bartels, Köln, 1996. Die kurze Variante ist mit der Beschreibung aus dem Buch einfach zu folgen. Die mittlere und lange Variante brauchen eine 1:25.000 topographische Wanderkarte. Die beste Karte ist die "Wanderkarte Wandergebiet Rhaunen". Sie ist nur erhältlich in einer alten Auflage (u.a. am Kiosk bei der Grube Herrenberg).
Nimm Proviant mit, denn nur beim Kiosk (mit kleinem Restaurant) kann man Speisen kaufen.
Auch für diese Route gilt dass es schwer ist ohne Auto den Startpunkt der Wanderung zu erreichen.

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Die Ruine der Schmidtburg, im Hahnenbachtal, hat eine gigantische Grösse.