Hunsrück und Nahe II: Schloss Dhaun, die Nahe, Kirn, "Lehrpfäde" und Steinbrüche

Über den geologischen Lehrpfad wandernd, hoch über Hochstetten- Dhaun, im Hintergrund die Stiftskirche St. Johannisberg

Die Nahe bildet die südliche geographische Grenze vom Hunsrück. Das Nahetal ist an sich dicht bevölkert und industrialisiert; es ist ein sehr interessantes Gebiet: schöne Städte und Dörfer, Edelsteine, Mineralien und Fossilien, Burgen, Schiefergruben, Fachwerkhäuser, Bäche in tiefen Schluchten. Alles in allem genug, um einige interessante Wanderungen zu machen.
Die zweite Wanderung, die wir machen, ist die Nummer 34 aus dem Buch "Wanderführer Hunsrück, Kompass Wanderführer", die uns über eine Länge von 15 km hoch über das Nahe-Tal von Kirn führt: vorbei an Steinbrüchen, einer Sternwarte, einer Burg und durch schöne Wälder mit unter anderem einem Naturlehrpfad und einem geologischen Lehrpfad. Die Routebeschreibung fängt im Buch in Kirn an, wobei man unterwegs Gelegenheit zum Mittagessen im Hotel-Restaurant beim Schloss Dhaun hat. Man kann natürlich auch (das hat unsere Gruppe gemacht) in Dhaun starten und dann in Kirn zu Mittag essen.
Auf der Karte (siehe unten) ist die Wanderung nur grob skizziert. Die Beschreibung aus dem Buch ist auch mit der dort abgedruckten Karte nicht immer genau genug, um ohne Probleme die Wanderung zu machen. Es ist deshalb ratsam, die Karte "Deutsche Edelsteinstrasse" (1: 25.000) mitzunehmen. Diese wird vom Fremdenverkehrsamt in Herrstein herausgegeben.

Wir beginnen mit unserer Wanderung beim Schloss von Dhaun; das Dorf, das bereits im 12. Jahrhundert eine Burg hatte, eine wichtige Festung der örtlichen Gruben. Dieses Schloss wurde im 16. und 17. Jahrhundert erweitert und im 18. Jahrhundert so vergrössert und umgebaut, wie es heute zu besichtigen ist. Im Gebäude befindet sich momentan eine Volkshochschule.
Für Fotos und weitere Informationen über Schloss Dhaun: siehe http://www.hunsnet.de/fh/history/seite210.htm


Ein Tender, mit dem Steine aus dem Steinbruch befördert wurden




Wir laufen über den geologischen Lehrpfad, wo wir alles über die Steingewinnung lernen. In dieser Umgebung ist das häufig nicht Schiefer, sondern vielmehr Steinbrocken, die im Häuserbau u.ä. eingesetzt werden

Vom Parkplatz von Schloss Dhaun laufen wir über einen verschnörkelten Weg zwischen dem Parkplatz und dem asphaltierten Weg nach unten, unter der Fussgängerbrücke hindurch, die vom Parkplatz zum Hotel-Restaurant führt. Der Weg geht die ganze Zeit nach unten, und mit Hilfe des Naturlehrpfads lernen wir allerlei Wissenswertes über die Natur. Bei einer scharfen Kurve haben wir eine gute Sicht über das Simmerbachtal, Richtung Sim- mertal. Hier machen wir eine scharfe Rechtskurve und oben angekommen (nach dem Waldstück) haben wir eine wunderbare Aussicht über die Hochebenen des Nahetals. An einem Acker vorbei laufen wir wieder in den Wald und dort beginnt der geologische Lehrpfad mit ausführlichen Texten, Karten und enormen Steinen. Die Aussichten bleiben unerwartet, z.B. in der Ferne die ehemalige Klosterkirche St. Johannisburg, unser nächstes Wanderziel (siehe Foto oben auf dieser Seite).


Grabmal in der ehemaligen Klosterkirche St. Johannisburg

Der Staatswald Kirn ist im Herbst ein wunderschönes Wandergebiet

Wir erreichen die ersten Häuser von Dhaun und eventuell nach einer Pause auf der Bank beim Friedhof laufen wir weiter und kommen nach einem kurzen Aufstieg zur kleinen Klosterkirche, in der sich wunderschöne Grabmäler befinden (siehe Foto oben links). Wir setzen unsere Wanderung fort und laufen hoch über einem Steinbruch durch einen prächtigen Laubwald (siehe Foto unten rechts), bevor wir nach einem grossen Umweg langsam nach unten in Kirn ankommen. Eine Industriestadt mit einigen schönen Ecken wie z.B. die Strassen beim Hahnenbach (siehe Foto unten links) und der schöne Marktplatz mit der Fachwerkapotheke und dem Brunnen. Wenn wir so gegen 9.30 Uhr in Dhaun gestartet sind, ist jetzt ein guter Moment, um in einem der Restaurants etwas zu essen. Wir setzen unsere Wanderung aus dem Hahnenbachtal fort und laufen nach oben. Über den Sportplatz erreichen wir den ehemaligen Steinbruch (siehe Foto unten rechts), der desolat aber auch beeindruckend wirkt. Nun kommt ein langer Aufstieg durch den Wald, wobei man möglicherweise - genau wie wir - eine der Nonnen aus dem Altersheim trifft, die hier einen Mittagsspaziergang machen. Über diverse Äcker und an einigen Hochspannungsmästen vorbei erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung mit (abermals) einer wunderbaren Aussicht. Anschliessend laufen wir den letzten Teil der Wanderung über einen asphaltierten Weg an der Sternwarte von Dhaun vorbei (siehe Foto unten auf der Seite), um danach schnell wieder das Dorf Dhaun selbst und unseren Startpunkt zu erreichen.


Der Hahnenbach mündet mitten in Kirn in die Nahe





Der riesigie, verlassene Steinbruch liegt wie eine Narbe in der Umgebung ausserhalb von Kirn

Informationen

Diese Wanderung steht - wie gesagt - unter Nummer 34 im "Wanderführer Hunsrück" (Norbert Forsch, Kompass Wanderführer, Deutscher Wanderverlag, Stuttgart). Die Routebeschreibungen sind relativ gut, aber die Karte ist sehr kurz und bündig. Man sollte deshalb immer eine 1 : 25.000 Wanderkarte mitnehmen (hier also die Karte "Deutsche Edelsteinstrasse", herausgegeben vom Fremdenverkehrsamt in Herrstein). Diese Karte gibt ein grosses Gebiet wieder (doppelseitg bedruckt) und ist auch für die vorige Wanderung geeignet (Hunsrück und Nahe I).
In Kirn und im Hotel-Restaurant vom Schloss Dhaun sind Möglichkeiten zum Mittagessen. Es muss ein Höhenunterschied von insgesamt ca. 500 m überwunden werden. Es kann in Kirn und beim Schloss Dhaun gestartet (und geparkt) werden.

Für weitere Informationen über die Stadt Kirn, das Land Kirn und diverse Sehenswürdigkeiten, die wir hier angesprochen haben - wie z.B. die Klosterkirche und die Lehrpfäde - siehe:
http://www.hunsrueck-naheland.de/cgi-bin/kirn?HTML=vshop.htm

Für weitere Informationen über die Sternwarte in Dhaun, siehe:
http://iphcip1.physik.uni-mainz.de/~astro/dhaun/Welcome.html

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Auf der "Geierslei" laufen wir an der Sternwarte vorbei zurück zum Ausgangspunkt Dhaun mit einer weiten Aussicht über den Hunsrück (im Hintergrund der Soonwald)