Durch das wildromantische Lützbachtal von Sabershausen nach Treis

Im schönsten und wildesten Teil des Lützbachtales gibt es sogar eine Furt!

Das Fremdenverkehrsamt in Kastellaun und Emmelshausen gibt einen schönen Wanderprospekt über drei sehr schöne Täler mit Schluchten im nördlichen Teil des Hunsrücks heraus. Im ersten Special haben wir schon das Ehrbachtal und das Baybachtal beschrieben und jetzt ist das Lützbachtal an der Reihe. Ehrlich gesagt ist dieses nicht so spektakulär wie die anderen beiden und ausserdem auch nur auf einem kleinen Teil schluchtartig und wild. Trotzdem kann man dort sehr gut wandern. Wir sind die offizielle und gut ausgeschilderte Lutzbachwanderung (Schilder mit "L") gelaufen: Start war beim Wanderparkplatz "Wechsel" zwischen Sabershausen und Heyweiler durch ein Tal bis zum Ort Lütz und dann die logische Verlängerung über den Moselhöhlenweg bis nach Treis an der Mosel.
Die Gesamtlänge der Wanderung beträgt ca. 17 km. Die geeignete Karte für die Wanderung ist die 1 : 25.000-Karte "Burgen-, Wein- und Ferienland Treis-Karden", herausgegeben vom Fremdenverkehrsamt Treis- Karden. Weil diese Wanderung sehr deutlich ausgeschildert ist (beide Teile), kann man auch die 1 : 50.000-Karte "Die Mosel von Bernkastel-Kues bis Koblenz" gebrauchen. Auf der Karte unten ist die Wanderung grob skizziert (rot). Die orangefarbene Wanderung ist die Baybach- talwanderung.
Ein Problem ist noch, dass dies eine "Linienwanderung" ist. Man kann z.B. in Treis parken (haben wir auch gemacht) und dann mit einem Bus (umweltfreundlich) oder mit dem Taxi (teuer!) zum Start fahren. Eventuell kann man in Treis beim Fremdenverkehrsamt nach einem Taxi fragen oder etwas weiter rechts in der Kneipe. Die Besitzerin hat nämlich in diesen schlechten Zeiten für den Mosel-Tourismus einen Nebenjob als Taxifahrerin.

Der Anfang unserer Wanderung ist ein Kreuzpunkt von Wanderwegen. Auffällig ist, dass hier der berühmte Hunsrückhohen(wander)weg vorbeiführt und der aufmerksame Kartenleser kann auch sehen, dass wir in der Nähe der Schmausemühle sind, ein Wassermühlen-Restaurant, das wir auf unserer Baybachwanderung entdeckt haben.
Vom Parkplatz folgen wir den Schildern mit einem "L" und am Waldrand entlang (siehe Foto unten links) kommen wir schon relativ schnell zu einer unauffälligen Kreuzung, wo sich die Quelle der Lütz befindet (nach genauer Suche auf der topografischen Karte). Das Wasser sprudelt einfach so auf der Erde (siehe Foto unten rechts).
Wir wandern an einer Wiese vorbei und dann in den Wald hinein und dort finden wir tatsächlich bereits den Bach. Man sieht ständig kleine Teiche, wo man wahrscheinlich sehr gut fischen kann. Langsam wird der Wald immer dichter, das Tal wird schmaler und die waldigen Böschungen werden immer steiler. Im Lützbachtal wurde früher Schiefer abgebaut und es gibt dort sehr seltene Pflanzen (z.B. Orchideen).

Dieses einfache Holzkreuz steht beim Anfang der Wanderung.
Achtet auf den Wegweiser mit dem "L"
Hier ist die Quelle der Lütz; das Wasser sprudelt einfach so aus der Erde und ein Stück weiter ist es schon ein Bach

Hin und wieder hat man die Möglichkeit (gut ausgeschildert), das Tal über Seitenwege links und rechts nach oben zu verlassen (u.a. nach Dommershausen, Zilshausen und Lahr). Wir bleiben allerdings auf dem einfachen (flachen) Talweg und erreichen nach einigen Kilometern das schönste und spektakulärste Stück des Lützbachtals. Zuerst werden in dem noch relativ breiten Tal die Seitenböschungen viel höher (siehe Foto unten links) und dann wird das Tal immer enger und manchmal windet sich der Weg um einen herausragenden Felsen (siehe Fotos unten). Sobald Sonnenstrahlen in das tiefe, dunkle Tal scheinen, kann das einen schönen optischen Effekt geben!
Leider ist dieses interessante Stück nur sehr kurz und nachdem wir die schöne Furt (Stelle, wo der Weg den Bach an einer flachen Stelle kreuzt - siehe Foto oben) hinter uns gelassen haben, wird das Tal relativ schnell breiter und anmutiger (siehe Foto unten rechts). Jetzt folgt eine ruhige Wanderung an einigen Auen und an einer Schutzhütte vorbei, und wir kommen relativ schnell zum Dorf Lütz. Hier gibt es einige schöne Ecken, eine prächtige (ziemlich abgelegene) Lage und die Möglichkeit, um direkt über den asphaltierten Weg zur Mosel zu gehen (bei der Mündung des Tals in die Mosel ist ein Restaurant) oder rechts ab die Wanderung L3 in der Richtung des Otto-Andreas-Aussichtsturms zu machen.


Wir nähern uns dem wilden Teil des Tales und die Seitenböschungen werden immer höher




Nach dem "schluchtigen" Teil wird das Lützbachtal immer wieder breiter und anmutiger

Wir möchten jedoch nach Treis an der Mosel und folgen dem Moselhöhenweg, der am Ende des Dorfes links an einem grossen Haus vorbei ziemlich steil nach oben führt. Vor dem Bauernhof "Gotteshäuserhof" überqueren wir die vielbefahrene Strasse Kastellaun-Treis und dann müssen wir noch kurz weiter in den Wald klettern, bevor wir beim Kreuz den höchsten Punkt der Wanderung erreicht haben. Wir haben dann einen Höhenunterschied von 250 m hinter uns (von 150 m nach 400 m ü.NN)!
Jetzt beginnen wir mit dem kurvigen Abstieg zur Mosel und erreichen schon ziemlich schnell die Aussenbezirke von Treis. Nach 10 Minuten sind wir im Zentrum und gönnen uns etwas Leckeres (gutes Eiscafé = Bäcker auf dem Marktplatz). Wieder liegt eine schöne Wanderung hinter uns!

Informationen

Wie bereits erwähnt muss man bei dieser Wanderung auf seltene öffentliche Verkehrsmittel oder auf ein teures Taxi zurückgreifen. Wenn man mit mehreren Autos unterwegs ist, ist der Bring- und Abholtrick natürlich praktisch. Die Strecke Sabershausen - Zilshausen - Lahr - Lieg - Treis führt immer geradeaus ( ca. 20 Minuten).
Gelegenheiten zum Mittagessen gibt es nur in Lütz, man kann also am besten selber etwas zum Essen mitnehmen. Im Lützbachtal gibt es eine überdeckte Schutzhütte mit einer Bank, ungefähr 2 Kilometer vor Lütz. Ausser der anstrengenden Steigung von Lütz nach oben handelt es sich aufgrund des flachen Weges durch das Tal und weiterhin nur einem Abstieg zur Mosel um eine einfache Wanderung. Wie bereits erwähnt benötigt man die 1 : 25.000-Wanderkarte "Burgen-, Wein- und Ferienland Treis-Karden", die man beim Fremdenverkehrsamt Treis-Karden erhalten kann. In der Nähe vom Marktplatz - und wenn es nicht zu voll ist und man beim Bäcker eine Tasse Kaffee trinkt - darf man auf dem Grundstück der Bäckerei parken (hinten links auf dem Platz). Weil die Beschilderung gut ist (zuerst dem "L" folgen, dann dem "M"), kann man auch auf eine weniger detaillierte Karte zurückgreifen.
Zum Abschluss noch eine Bemerkung: ausnahmsweise habe ich ein Foto ausgewählt, das nicht von mir selber genommen wurde. Das schöne Foto (unten links) stammt von Sebastian Reuter, Einwohner von Lütz. Besucht mal seine Seite:
http://www.sebastianreuter.de

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Ein charakteristischer Sommermoment in einem Hunsrücktal (Lützbachtal): wunderschön! (Foto von Sebastian Reuter aus Lütz)













Der wilde Teil des Lützbachtals